Langzeitstillen – ist das nicht unnormal?

Langes-Stillen

Buchrezension | Rezensionsexemplar*

Kommt zum ersten Mal feste Nahrung auf den Tisch, werden viele Mütter wehmütig. Verliert das Stillen mit der Einführung der Beikost nun an Bedeutung? Außerdem gilt es doch als ganz „normal“, irgendwann nach dem ersten halben Jahr abzustillen, oder nicht?

Muttermilch ist nicht nur gut gegen Hunger und Durst. Auch das Bedürfnis nach Verbundenheit und Nähe wird an der Brust gestillt. Zeitgleich profitiert Baby’s Immunsystem von dem seiner Mutter. Und steht mal wieder ein Entwicklungssprung an, ist Stillen oft der beste Trost. Aus diesen und vielen weiteren Gründen entscheiden sich viele Frauen, ihre Stillbeziehung trotz der Beikosteinführung und vieler anderer Argumente aufrechtzuerhalten. Schließlich heißt es ja nicht umsonst „Beikost“. Ab wann aber spricht man überhaupt vom Langzeitstillen?

Langzeitstillen – eine Kulturelle Restriktion?

Langzeitstillen ist in unserer heutigen Zeit und in diesen Breitengraden leider ein Tabuthema, zu dem viele schweigen oder mit Halbwissen argumentieren. Das Langzeitstillen über das erste Lebensjahr hinaus – oder gar länger als 2 Jahre oder 3 Jahre –  stößt bei der breiten Allgemeinheit auf wenig Verständnis und Akzeptanz. Mütter, die sich dazu öffentlich bekennen, ernten nicht selten ein Kopfschütteln – bis hin zu empathielosen oder gar abfälligen Äußerungen meist unbeteiligter und ungefragter Dritter.

Langzeitstillen

Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts beträgt die durchschnittliche Stilldauer in Deutschland nur 7,5 Monate. Damit ist es wenig verwunderlich, dass man bei Kindern, die über das erste Lebensjahr hinaus gestillt werden, bereits vom Langzeitstillen spricht. Betrachtet man andere Kulturkreise, in denen langes Stillen ganz selbstverständlich ist, muss man sich unweigerlich fragen: wozu diese kulturell geprägte, vermeintlich unnatürliche Restriktion?

Langes Stillen – Natürlich gesund bedürfnisorientiert

In ihrem Buch „Langes Stillen – Natürlich gesund bedürfnisorientiert“, das im April erschienen ist, nimmt sich die gelernte Doula Kathrin Burri diesem Thema auf einfühlsame Weise an.

Buchtipp-zum-Langzeitstillen

Nicht nur die unzähligen positiven Aspekte des Stillens und der Muttermilch rund um Bindung und Gesundheit verarbeitet Kathrin Burri in ihrem Buch. Auch der kritischen Gegenseite schenkt sie Aufmerksamkeit. Räumt mit Halbwissen und Vorurteilen auf und stärkt den Müttern, die sich ungefragten Meinungen und Konfrontationen ausgesetzt sehen, argumentativ der Rücken.

Langzeitstillen-Buchtipp

Kathrin Burri’s Buch ist dabei eine Besonderheit: Es ist nicht nur ein Ratgeber, der die aktuellen wissenschaftlichen Fakten und Informationen zum Stillen darlegt, sondern auch eine vielfältige Sammlung von individuellen Erfahrungsberichten. So erfahren die Leser auf eine sehr persönliche Weise, wie andere Mütter, Väter und ihre Kinder mit dem Thema Langzeitstillen, dem Stillen nach der Beikosteinführung oder parallel zur Berufstätigkeit, aber auch mit den Reaktionen von Außenstehenden umgegangen sind.

Mehr über Kathrin Burri und „Langes Stillen“

Die Autorin Kathrin Burri ist aus der Schweiz, ausgebildete Doula und seit 2015 in der Geburtsbegleitung tätig. Sie ist selbst zweifache Mutter.
Im nachfolgenden Youtube Video stellt euch Kathrin Burri ihr Buch „Langes Stillen – Natürlich gesund bedürfnisorientiert“ persönlich vor.


„Langes Stillen – natürlich, gesund, bedürfnisorientiert“ – Quelle: Youtube | Langes Stillen

Langes Stillen*

Natürlich, gesund, bedürfnisorientiert
Autor: Kathrin Burri
Paperback: 205 Seiten
Verlag: Kösel Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-466-31138-5
Größe: 13,5 x 21,5 cm
Erscheinungsdatum: 27. April 2020

Wo ist das Buch erhältlich?

Erhältlich ist Kathrin Burri’s Buch „Langes Stillen – Natürlich gesund bedürfnisorientiert“ beim Kösel Verlag, sowie regulär im Buchhandel oder bei Amazon, z.B. über den nachfolgenden Affiliatelink.

Fazit

Ein herzliches und empathisches Werk, das mit einem Tabu bricht, welches es so eigentlich nicht geben dürfte.

Schade, dass mit einem der vermeintlich natürlichsten Themen  der Menschheit so befremdlich umgegangen wird. Schade, dass langzeitstillende Mütter sich in die Heimlichkeit flüchten müssen. Und auch schade, dass selbst Mütter neugeborener Stillbabys beim Stillen in der Öffentlichkeit mit negativen Reaktionen konfrontiert werden. Dieses Buch war daher längst überfällig.

Ein herzliches und empathisches Werk, welches mit einem Tabu bricht, das es so eigentlich nicht geben dürfte. Es bestärkt Mütter in ihrer eigenverantwortlichen und selbstbewussten Entscheidung über ihre Stillbeziehung und vermittelt eine Art stärkendes „Wir“-Gefühl durch die zahlreichen individuellen Erfahrungsberichte.

Jedem, der sich über das Stillen an sich, aber auch über die gesellschaftlichen Vorbehalte informieren will, sei dieses Buch ans Herz gelegt. Unreflektierte Stillgegner oder brüskierte Wutbürger, die sich im Affekt über öffentliches Stillen und Langzeitstillen (oder gar beides in Kombination) echauffieren und damit einer Mutter ein schlechtes Gefühl machen, sollten dieses Buch ebenso lesen. Es könnte viele Vorurteile aus dem Weg räumen und echtes Verständnis schaffen.

Mehr Infos über das Stillen

Benötigt ihr weitere Informationen rund um das Stillen? Im Internet findet man jede Menge davon. Hier deshalb nur eine kleine Auswahl der wirklich besten Seiten dazu.

Auch bei Windelprinz könnt ihr mehr rund um das Stillen lesen.

*) Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit dem Kösel Verlag entstanden. Vielen Dank für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Langes-Stillen-Rezension


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