Digital Christmas mit Bratapfel 🍎

Digitale-Weihnachten
© vinsky2002 & geralt / Pixabay (Montage by windelprinz.de)

Ein Weihnachtsmärchen 4.0

Schon lange war Joe nicht mehr zu Besuch in seiner Heimatstadt. Aufgrund der zweiten Corona-Welle waren Reisen zum Jahresende 2020 hin nach Möglichkeit zu unterlassen. Den Kontakt zu seinen alten Freunden, die mittlerweile überall auf der Welt verteilt lebten, pflegte er ohnehin über Facebook und WhatsApp. Selbst in der Firma, für die er als Architekt tätig war, wurden die Teambesprechungen derzeit im Homeoffice über Zoom abgehalten.

So stellte der Besuch, den Joe zusammen mit seiner hochschwangeren Freundin Mia seiner alten Neighborhood abstattete, wirklich eine Besonderheit dar. Ein Behördentermin war es, der diesen Kurztrip trotz aller Umstände notwendig werden ließ. Das Paar fand kurzfristig Unterschlupf in einem Smarthome am Stadtrand. Es war eines der letzten verfügbaren Airbnb in der Stadt. Joe hatte es von unterwegs über die Mobile App gebucht.

Mia und Joe ahnten bereits, dass ihr Baby auf dieser Reise das Licht der Welt erblicken würde. Nach dem positiven Ergebnis des digitalen Schwangerschaftstests, den Mia im April gemacht hatte, ermittelten ein Online-Geburtsterminrechner, sowie Mias Frauenärztin, den 29. Dezember als Stichtag. Doch ist es nun kein Geheimnis, dass nur 4 Prozent der Babys diesen Termin berücksichtigen.

Und so kam es schließlich. Am Abend des 24. Dezember setzten bei Mia die Wehen ein. Dank ihrer Wehen-App und der Hypnobirthing-Atemübungen, die Mia zuvor im Online-Geburtsvorbereitungskurs erlernt hatte, war alles unter Kontrolle. Doch noch bevor sie den Weg ins Krankenhaus antreten konnten, wurde es ernst. Mit dem Remote-Support von Mias Hebamme, die aus 800 km Entfernung per Skype live ins Wohnzimmer geschaltet war, kam der kleine Joshua per Hausgeburt. Ein echtes Christkind war er! Der Heiligabend hatte jetzt etwas wahrhaft Heiliges.

Nachdem Joshi warm eingewickelt und eingeschlafen war, machten es sich die drei auf der mit Heu gefüllten Naturmatratze des Boxspringbetts bequem und lauschten den Klängen, die Alexa für sie bereithielt. Wham! Andächtig blickte das Schaf Shaun via Netflix aus dem Dual-Cell-LCD-TV, während Rubble, Mias Bulldogge, auf dem wollweißen Flokati schlummerte und durch die schmalen Schlitze seiner halboffenen Augen den Saugroboter fixierte. Nebenan, im Wohnzimmer gastierte unterdessen Jay, ein digitaler Nomade, den Joe auf Twitter unter dem Hashtag #keinerbleibtallein eingeladen hatte. Jay hätte eigentlich seit gestern sein neues Zimmer in einem CoHousing-Projekt beziehen sollen, doch gab es dort einen COVID-19-Quarantänefall.

Eigentlich wäre es jetzt an der Zeit für ein kleines Reel auf Instagram, um die frohe Botschaft zu verkünden. Doch plötzlich knurrte Rubble. Kurz darauf ertönt ein Piepton: die digitale Überwachungsanlage hatte drei mystische Gestalten erfasst, die im Nebel durch den Vorgarten stapften. Es waren Zane, Cole und Kai – drei Buddies von Jay – die mit Geschenken für Joshi vor der Tür standen: ein Tiptoi, eine Toniebox und ein Roboterfreund namens Dash. Die drei waren mithilfe ihres Smartphone-Kartendienstes dem Weg gefolgt, den ihnen das europäische Satellitensystem GALILEO wies. Und schon klopfte es an der Tür: „TikTok“…

(Fortsetzung folgt in 5.0)

Heilige-drei-Koenige
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Was glaubt ihr? Könnte sich die Weihnachtsgeschichte im Jahr 2020 so zutragen? – Vermutlich nicht, wegen der verschärften Corona-Auflagen, die nun voraussichtlich bis Anfang Januar gelten werden. Davon abgesehen, begeistert sich wohl auch niemand für neuzeitlich entzauberte Weihnachtsgeschichten, ohne zumindest einen dezenten Hauch von Nostalgie. Gerade in der Weihnachtszeit wünschen wir uns alle ein wenig mehr analoge Romantik – umhüllt von einem Duft nach Bratapfel und Zimt.

Der Duft von Bratapfel und Zimt

Erinnert ihr euch noch an früher? Als wir selbst Kinder waren, haben wir die Weihnachtszeit anders erlebt. Da wurden Wunschzettel noch per Hand geschrieben, Geschenke bei einem Weihnachtsbummel in der Stadt gekauft und die Weihnachtsgrüße kamen ganz klassisch mit der Post. Wir halfen Mama beim Plätzchen ausstechen und stapften an Heiligabend durch den Schnee. Erst zu den Großeltern, dann in die Kirche, zur Christmette. Zu Hause lag ein festlicher Zauber in der Luft. Es roch nach Bratäpfeln und Zimt.

So war das früher einmal…

Heutzutage wird das Christkind bei seiner enormen logistischen Herausforderung durch Amazon entlastet. Auch der Weihnachtsmann ist digital bestens aufgestellt und längst nicht nur über seine konventionelle Postadresse erreichbar. Ganz zeitgemäß hat er sogar seinen eigenen Google Blog „Santatracker“. Dort können Eltern und Kinder die Weihnachtstraditionen aus aller Welt kennenlernen, spielen, rätseln und gemeinsam mit den Weihnachtselfen Programmieren lernen – bei einem weihnachtlichen Code-Boogie.

Google-Codeboogie
© Google

War früher trotzdem alles besser? Wurde unsere geliebte Weihnachtsnostalgie durch einen unnützen Haufen an technischem Schnickschnack mal eben „wegdigitalisiert“? – Auch wenn Weihnachten heute tatsächlich nicht mehr in allen Facetten das Weihnachten ist, das es vor 20 oder 30 Jahren einmal war – ist es durch unsere Digitalisierung denn wirklich schlechter geworden?

Wenn der Weihnachtsmann Mundschutz trägt

Die Adventszeit ist nun wieder da! COVID-19 ebenfalls. Stellt euch mal vor, was in diesem außergewöhnlichen Jahr wohl aus Weihnachten werden würde, wenn wir es in analoger Nostalgie feiern würden?

…wenn Oma und Opa nicht mitfeiern können?
…wenn Treffen mit Freunden den Kontaktbeschränkungen zum Opfer fallen?
…wenn das Krippenspiel nicht wie gewohnt stattfinden kann?
…wenn der Weihnachtsmarkt abgesagt wurde?
…wenn Weihnachtsmänner nun zur COVID-19-Risikogruppe zählen?

Weihnachtsmann-mit-Mundschutz
© elicesp / Pixabay (Montage by windelprinz.de)

Dass digitale Medien nicht nur Nostalgiekiller, sondern auch ein Segen sein können, hat uns die Corona-Pandemie bereits im ersten Lockdown bewiesen. Homeoffice, Webmeetings und Remote-Unterricht haben viele Familien, wenngleich mit Entbehrungen unterschiedlichsten Ausmaßes, durch die Krise geführt. Digitale Medien haben uns dabei unterstützt, wie nie zuvor. In vielen Bereichen haben sie die entstandenen Lücken mit neuen Inhalten gefüllt. Geben wir ihnen auch die Chance, unser Weihnachtsfest in 2020 ein wenig besser zu machen?

Digitale Weihnachten 2020

Und so könnte es aussehen, wenn digitale Medien euch und eure Familien in der Weihnachtszeit bereichern:


„Notfall am Nordpol“ – eine App-Empfehlung von klick-tipps.net

Analog(ie) mit Bratapfel

Ein wenig viel an digitalem Segen? Habt keine Sorge. Manche Dinge sind und bleiben für immer analog. Denkt an die Bratäpfel! – Beachtet jedoch, sie in altersgerechtem und gesundem Maß zu konsumieren. Denn zu viele Bratäpfel machen Bauchweh.

Habt einen feinen Advent! 🍎🍎🍎🍎 Und… ach ja: Hat euch dieser Beitrag gefallen? Dann unterstützt uns doch mit eurer Stimme und stimmt bis zum 4. Januar  für diesen Artikel ab:

https://www.schau-hin.info/adventsparade2020

Digital-Christmas
© vinsky2002 & geralt / Pixabay (Montage by windelprinz.de)

*) Dieser Beitrag ist euer erstes „Türchen“ im digitalen Adventskalender 2020 der Initiative SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht. SCHAU HIN! ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), der öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF, sowie des AOK-Bundesverbands. Sie wurde im Jahr 2003 ins Leben gerufen, um Eltern und Erziehende bei der Medienerziehung ihrer Kinder zu unterstützen. 

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