Babys pucken – gut oder schädlich?

Babys pucken
© pegbes / stock.adobe.com – Babys pucken: Gut oder schädlich?

Beim Pucken handelt es sich um eine Wickeltechnik, bei der man den Säugling in den ersten Lebensmonaten fest in ein Tuch einwickelt. Diese Technik soll dem Baby ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit vermitteln, weshalb viele Hebammen und einige Eltern darauf schwören. Jedoch warnen Kinderärzte vor den Gefahren des Puckens. Hier erfährst du mehr über die Vor- und Nachteile sowie über die Risiken des Puckens.

Wie funktioniert das Pucken?

Beim Pucken deines Babys werden die Arme mithilfe eines Pucktuchs eng an den Körper gebunden. Das führt dazu, dass unkontrollierte Bewegungen und Reflexe verhindert werden und das Baby somit zur Ruhe kommen kann. Zugleich soll dem Baby mit dieser Wickeltechnik ein Gefühl der Geborgenheit vermittelt werden, angelehnt an die Enge des Mutterleibs.

Babys können theoretisch vom ersten Tag bis zum fünften Monat gepuckt werden. Spätestens, wenn dein Baby mobiler wird und sich beginnt zu drehen, solltest du das Pucken jedoch einstellen. Das Pucken sollte außerdem nur zum Schlafen angewendet werden, um den gesunden Bewegungsdrang des Kindes nicht einzuschränken. Sollte dein Baby ganz unkompliziert ein- und durchschlafen, muss es nicht gepuckt werden.

Schritt für Schritt:

  1. Lege das Tuch zuerst in Form einer Raute auf den Wickeltisch.
  2. Schlage die obere Spitze nach unten ein.
  3. Lege dein Baby nun mit dem Nacken auf die entstandene Kante.
  4. Die Arme des Säuglings sollten parallel zum Körper anliegen.
  5. Im nächsten Schritt wird die rechte Seite des Tuchs über das Baby gelegt und am Rücken festgesteckt.
  6. Dann wird die untere Spitze des Tuchs bis zur Brust des Kindes nach oben geschlagen.
  7. Zuletzt wird die linke Seite des Tuchs vorne übergeschlagen und am Rücken des Babys festgesteckt.
Anleitung: Pucken
© pegbes / stock.adobe.com – Anleitung für das Pucken

Zum Pucken kannst du ganz normale Mullwindeln oder eine dünne Baumwoll-Babydecke verwenden. Das Tuch oder die Decke sollte etwa 80 x 80 cm groß sein. Es gibt aber auch spezielle Pucktücher mit Klettverschlüssen, mit denen das Einwickeln etwas leichter gelingt.

(Wann) ist Pucken sinnvoll?

Da das Pucken einen beruhigenden Effekt auf manche Babys hat, ist es eine mögliche Option für Kinder, die eher schwer zu beruhigen sind und Schwierigkeiten beim Einschlafen haben. Ebenfalls kann das Pucken helfen, wenn das Baby eine Reizüberflutung durch beispielsweise viel Besuch oder Aktivitäten erlebt hat, überstimuliert oder übermüdet ist. Die Wickeltechnik kann dem Kind die nötige Sicherheit und Geborgenheit vermitteln, um in Ruhe einzuschlafen. Auch Säuglinge, die viel schreien und nicht zu beruhigen sind, können sich durch das Pucken möglicherweise leichter entspannen.

Jedoch ist das Pucken nicht für alle Babys geeignet. Einige Säuglinge empfinden die Eingeschränktheit als unangenehm und beginnen zu weinen. Zudem sollte das Pucken auch keine Dauerlösung sein und nur dann angewendet werden, wenn sich das Baby damit uneingeschränkt wohlfühlt. Im Idealfall klärst du mit der Hebamme oder dem Kinderarzt ab, ob und wann das Pucken bei deinem Kind sinnvoll ist. Ansonsten gibt es auch mögliche Alternativen, wie du dein Baby beruhigen kannst. Das kann beispielsweise Bonding, Tragen oder Kuscheln sein. Bei manchen Babys wirkt auch der Fliegergriff situativ sehr beruhigend.

Welche Fehler werden beim Pucken gemacht?

Du solltest dir die korrekte Technik des Puckens unbedingt von deiner Hebamme zeigen lassen. Denn trotz Anleitung kann dabei auch einiges falsch gemacht werden, was für dein Kind nicht nur unangenehm, sondern sogar gefährlich werden kann. Die folgenden Fehler können beim Pucken gemacht werden:

  • Zu enges oder zu langes Pucken
  • Verwendung von falschen Materialien
  • Unzureichende Überwachung des Kindes
  • Falsche Pucktechnik
  • Vernachlässigung von Sicherheitsmaßnahmen

Wenn du dein Baby zu eng puckst, kann dies die Atmung beeinträchtigen. Zudem kann das Pucken zu einer Überhitzung des Kindes führen und eine Fehlstellung der Hüfte verursachen. Wird dein Baby zu lange gepuckt, kann sich der Säugling eingeengt und unwohl fühlen. Verwende zum Pucken stets ein Tuch oder eine Decke, die aus einem atmungsaktiven Material, wie Baumwolle, besteht. So vermeidest du eine Überhitzung.

Du solltest dein Kind außerdem stets gut im Auge behalten, wenn es gepuckt ist, um sicherzugehen, dass es sich wohlfühlt und keine Atemprobleme bekommt. Gepuckt sollte das Kind immer auf einer sicheren und flachen Oberfläche liegen. Wähle für das Pucken eine Technik, die den Bedürfnissen und dem Alter deines Kindes entsprechen.

Ist Pucken schädlich für das Baby?

Obwohl das Pucken von Säuglingen von vielen Eltern praktiziert wird, gibt es Stimmen aus Fachkreisen, die davon abraten. Dieser Meinung ist beispielsweise der nordrheinische Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, der das Pucken für “überflüssig und gefährlich” hält (Quelle: kinderaerzte-im-netz.de). Im verlinkten Beitrag wird vor allem vor dem Pucken im Sommer und vor einem möglichen, damit einhergehenden Hitzschlag und Dehydrierung gewarnt.

Die Fachärzte des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte sind zudem der Meinung, dass das Pucken nicht das Engegefühl im Mutterleib nachahmt. Denn im Mutterleib liegt das ungeborene Kind in der typischen Embryonalhaltung und es kann sich auch in gewissen Maßen bewegen. Beim Pucken liegt das Kind jedoch ausgestreckt und kann sich gar nicht rühren. Diese eingeschränkte Bewegungsfreiheit benötigt das Baby jedoch, um sich auf allen Ebenen gesund zu entwickeln.

Wird das Kind zu eng gepuckt, kann das ferner dazu führen, dass es keine Luft mehr bekommt oder, dass Nerven abgeklemmt werden. Zudem steigt durch diese Wickeltechnik das Risiko für Hüftdysplasien (Quelle: aerzteblatt.de).

Eine weitere Gefahr für das gepuckte Kind ist eine mögliche Plagiozephalie. Dabei handelt es sich um die Verformung des Schädels und die Bildung eines platten Hinterkopfs, die durch das lange und einseitige Liegen in der Rücklage entstehen kann.

FAZIT: Bevor du dein Kind puckst, solltest du dich gewissenhaft damit auseinandersetzen. Lass dir die richtige Technik von deiner Hebamme zeigen und beachte die möglichen Risiken beim Pucken. Beobachte vor allem auch, ob dein Kind sich damit wohlfühlt. Doch auch dann sollte das Pucken natürlich keine Dauerlösung sein.

Babys pucken
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