7 Tipps für eine bereichernde Elternzeit

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Über 90 Prozent aller Mütter und rund 36 Prozent aller Väter nehmen in Deutschland die Elternzeit in Anspruch. Zählst auch du dazu? Das Rezept für die perfekte Elternzeit gibt es vermutlich nicht. Doch Windelprinz verrät euch 7 wertvolle Tipps, die die Elternzeit sehr bereichern können.

Vorweg: Bei der Planung der Elternzeit ist es zunächst wichtig, sich mit den rechtlichen und formellen Rahmenbedingungen vertraut zu machen. Aktuelle Informationen aus erster Hand, rund um Elternzeit und Elterngeld findet ihr auf dem Familienportal des BMJSFJ.

Als kompakten Einstieg ins Thema „Elternzeit und Elterngeld“ empfehle ich euch den Artikel „Wie beantragt man Elternzeit“ (anwalt-suchservice.de). Einen Allroundüberblick über die wichtigsten Formalitäten, verständlich und ohne Fachlatein, findet ihr außerdem in unseren Magazin-Beitrag „Elterngeld, Kindergeld & Co.“. Dort lest ihr auch die aktuellen Kindergeld-Auszahlungstermine.

Bleib Du selbst

Die Elternzeit kann ebenso bereichernd sein, wie sie auch Opfer abverlangt. Vergiss nicht, auch weiterhin du selbst zu sein. Die Mutterrolle (und natürlich auch die Paparolle*) ist eine Facette von vielen, die dich als Mensch ausmachen. Doch wenn Punkrock oder Bergwandern nun eben auch dazu zählen, dann gebe das nicht auf, solange es sich nicht nachteilig auf Familie und Kind auswirkt. Selbstaufgabe bedeutet langfristig ein ernsthaftes Problem. Und die beste Mama ist eine glückliche Mama.

Verzichte auf unnötigen Stress

Stress kommt nicht immer von außen. Oft schaffen wir ihn uns selbst. Stellt euch gelegentlich Fragen, wie: Muss die Wohnung wirklich top aufgeräumt sein? Reicht es nicht auch, die Wäsche morgen zu waschen? Und braucht es wirklich an drei Tagen die Woche einen Babykurs?

Manche Mütter wuppen das alles mit links und wirken immer top motiviert. Wie schaffen die das? Im perfekten Dress erscheinen sie zum Krabbeltreff und natürlich wird ein selbstgebackener Kuchen mitgebracht. Nach nur 8 Wochen haben sie wieder ihre alte Topfigur. Das ist großartig. Doch messt euch nicht an vermeintlichen Supermamas. Oft ist eben nur ein Teil nach Außen sichtbar und ein Blick hinter die Fassade würde zeigen, dass auch andere Eltern nicht perfekt sind.

Pflege Kontakte

Mit einem Kind verflüchtigen sich manche Kontakte und es ergeben sich wiederum viele Gelegenheiten für neue Kontakte. Das fängt beim Geburtsvorbereitungskurs an und reicht bis zur Schule. Kontakte zu Menschen in einer ähnlichen Lebenssituation können ungemein bereichern und ein gegenseitiger Austausch ist manchmal sehr hilfreich. Mit wem sonst kann man über Beikost, Windeln und Blähungen sprechen, ohne genervte Blicke zu ernten.

Nutzt die Elternzeit für neue Kontakte. Aber bedenkt dabei auch, dass nicht alle Kontakte zu anderen Eltern dauerhaft bereichernd oder für die Ewigkeit sind. Ab einem gewissen Punkt reicht ein Kind als einziger gemeinsamer Nenner nicht mehr aus, um die Freundschaft lebendig zuhalten. Schließlich schätzt man zwischendurch auch andere Gesprächsthemen. Darum ist es auch viel wert, wenn man die alten Freundschaften pflegt.

Mache Urlaub

Ich spreche nun nicht von einer Rucksacktour im Himalaya oder einer Abenteuerreise ins Malaria-Risikogebiet. Aber ein kinderfreundliches Urlaubsziel mit Erholungsfaktor, kann in der Elternzeit sehr gut tun und der Zeitpunkt ist ideal dafür. Vor allem, wenn beide Eltern die Möglichkeit haben, Elternzeit zu nehmen, kann so unkompliziert wie nie, ein längerer Urlaub geplant werden.

Auch was die Kosten angeht, ist das Reisen mit Baby interessant. Denn Kinder unter 2 Jahren können bei den meisten Fluggesellschaften kostenlos auf dem Schoß eines Elternteils mitfliegen oder sie zahlen zumindest nur eine kleine Pauschale. Wenn sie später einen eigenen Sitzplatz benötigen, wird es deutlich teurer.

Such dir ein Projekt

Hast du das Gefühl, dir fällt zuhause mit Baby die Decke auf den Kopf? Dann suche dir ein neues Projekt, sofern es euer Baby zulässt. Im Rahmen von Online- oder Fernkursen ist das Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten heutzutage sehr vielfältig und lässt sich individuell gestalten. Perfekt für die Stunden, in denen das Baby sein Nickerchen hält und du hältst dich fit für den Arbeitsmarkt.

Die Elternzeit ist jedoch auch für viele eine Phase im Leben, in der sich die Prioritäten nochmal ganz neu ordnen. Gedanken rund um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, aber auch der Grad der Kompromissbereitschaft bewegen Eltern dazu, neue Wege zu gehen. Viele Startups oder berufliche Neuorientierungen fanden ihren Ursprung in der Elternzeit.

Hier noch ein Elternzeit-Tipp: Lass dir vor der Elternzeit ein Zwischenzeugnis bei deinem Arbeitgeber ausstellen. Nicht nur aufgrund möglicher Planänderungen. Eine längere Unterbrechung der beruflichen Tätigkeit, so wie es bei der Elternzeit der Fall sein kann, ist ein berechtigter Grund für ein Zwischenzeugnis. Schließlich können sich während der Abwesenheit auch Änderungen im Unternehmen ergeben, wie beispielsweise ein Wechsel des Vorgesetzen.

Plane den Wiedereinstieg ohne Druck

Viele Mamas verspüren den Druck, nach einem Jahr direkt wieder in den Beruf einsteigen zu müssen. Für manche ist ein früher Wiedereinstieg nach der Elternzeit der richtige Weg, für andere nicht. Hört deshalb in erster Linie auf euch selbst und nicht auf andere. Selbstverständlich müssen in diese Planung auch berufliche und finanzielle Auswirkungen miteinbezogen werden. Davon abgesehen ist es wichtig, auf das eigene Bauchgefühl zu hören.

Gerade mit ca. einem Jahr lernen Kinder nahezu täglich etwas Neues hinzu. Viele beginnen in dieser Zeit mit dem Laufen. Es kann eine intensive und bereichernde Zeit sein, diese Entwicklung mitzuerleben. Außerdem benötigen die Minis in diesem Alter ja auch noch immer sehr viel Nähe.

Im Umkehrschluss sollet ihr euch von niemandem ein schlechtes Gewissen einreden lassen. Wenn es für euch die beste Lösung ist, nach einigen Monaten wieder in den Job einzusteigen, dann ist das eine ebenso respektable Entscheidung und ihr seid deshalb nicht automatisch Rabeneltern. Und damit komme ich auch zum nächsten Punkt:

Stehe über den Dingen

Leider wird man als Mutter, egal ob berufstätig oder nicht, nie allen Ansprüchen der Gesellschaft und des eigenen Umfelds gerecht. Bleibt eine Mama zuhause, ist sie eine verwöhnte Mani-Pedi-Ehefrau mit wenig intellektuellem Horizont. Geht sie früh wieder arbeiten, vernachlässigt sie die Kinder und ist eine egoistische Karrierefrau. „Wozu hat die eigentlich Kinder?“ Man (frau) müsste faktisch immer ein schlechtes Gewissen mit sich tragen. Ja, selbst bei Erziehungsthemen wissen es die anderen meist viel besser.

Fazit: Wenn wir Mütter uns also nicht selbst ein schlechtes Gewissen machen, dann schafft es bestimmt ein anderer. Die Gesellschaft können wir aber nur verbessern, indem wir alle etwas mehr Toleranz walten lassen. Supportet deshalb andere Mamis, anstatt vorschnell zu urteilen. Und für euch selbst könnt ihr eines tun: Lernt über den Dingen zu stehen.

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*) Der Beitrag ist aus Mama-Sicht geschrieben, da der Großteil an Elternzeitmonaten heutzutage immer noch von den Mamis beansprucht wird. Aber das Ganze ist natürlich auch ebenso für Papas gültig und anwendbar.

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