Happy Baby No Alcohol

Im letzten Blogbeitrag „Nur ein Gläschen Sekt“ konntet ihr ein emotionales Interview mit Dagmar Elsen, Initiatorin der Aufklärungskampagne „Happy Baby No Alcohol“ lesen. Vermutlich seid ihr nun ganz schön schockiert, wie viele Menschen, allein in Deutschland, die Krankheit FAS nicht kennen. Und es kommt noch schlimmer: Alkoholkonsum in der Schwangerschaft wird trotz aller Aufklärung immer noch bagatellisiert. Die Folgen sind gravierend.

Hier geht es nun weiter mit Dagmar Elsen und unserem FAS-Interview Teil 2. Dagmar Elsen ist Journalistin und Initiatorin der Aufklärungskampagne „Happy Baby No Alcohol“. Sie gibt euch heute einen exklusiven Einblick in die Aufklärungsarbeit, die „Happy Baby No Alcohol“ leistet. Wie ihr bereits erfahren konntet, ist die Aufklärung selbst heutzutage noch dringend notwendig. Auch ihr könnt helfen!

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Über Dagmar

„Ich habe hautnah das Schicksal des Jungen Luca (siehe mein Blog auf www.happy-baby-no-alcohol.de) miterlebt, der mit 13 Jahren die Diagnose FAS erhielt. Ich war und bin fassungslos, welches Leid die Betroffenen und ihre Familien ertragen und wie sie kämpfen müssen, bis sie wissen, wo und wie sie Hilfe erfahren. Viele erfahren sie nie und landen im Abseits der Gesellschaft. Um es noch einmal auf den Punkt zu bringen: Ärzte, Psychiater, Therapeuten, Pädagogen – die allerwenigsten sind mit dem Krankheitsbild FAS vertraut, so dass es allein schon an der Diagnostik mangelt.

Kaum jemand weiß, was FAS bedeutet, wie es sich auswirkt, was es mit den Betroffenen macht, wie man mit ihnen umgehen muss, was sie brauchen, was ihnen hilft. Und das vor dem Hintergrund der im letzten Beitrag beschriebenen Zahlen und Fakten. Dies, die mangelnde Aufklärung, sowie die Tatsache, dass FAS zu 100% vermeidbar ist, empfinde ich als skandalös. Und als Luca mich als Journalistin bat, „schreib‘ drüber, sonst gibt es immer mehr wie mich“, habe ich keinen Moment gezögert und losgelegt.“

Dagmar Elsen - Happy Baby No Alcohol
Dagmar Elsen – Happy Baby No Alcohol

Das große FAS-Interview mit Dagmar Elsen (2 / 2)

Stefanie: Liebe Dagmar, im Interview Teil 1 haben wir erfahren, wie hoch die Unwissenheit  zu FAS(D) in Deutschland ist. Welche Mittel und Kanäle nutzt Happy Baby No Alcohol, um Aufklärung zu leisten?

Dagmar: Wir agieren auf allen möglichen Ebenen. Zunächst einmal, und das ist die Basis unserer Aktivitäten, haben wir die Website happy-baby-no-alcohol.de, auf der wir Grund- und Spezialwissen über Alkoholkonsum in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie das Fetale Alkoholsyndrom vermitteln; das vor allem in Form von Blogbeiträgen mit Fachleuten. Darüber hinaus bloggen wir authentische Lebensgeschichten von Familien mit fetal alkoholgeschädigten Kindern und von älteren FAS-Betroffenen. Damit möchten wir die Menschen für die Themen und das Leid der Betroffenen stärker sensibilisieren, möchten wachrütteln.

happy baby no alcohol - homepage

Botschafter: Auf dieser Website präsentieren sich auch unsere Botschafter, Menschen, die Teil der Kampagne geworden sind und uns bei der Aufklärungsarbeit unterstützen. Sie signalisieren außerdem die Bedeutung der Kampagne und animieren dadurch hoffentlich weiteres Engagement. Die Botschafter tragen auch bei der Arbeit, bei Messebesuchen, bei Aktionstagen, beim Sport, beim Treffen mit Freunden das Kampagnen-Shirt, um aktiv oder auch nonverbal auf das Thema aufmerksam zu machen.

happy-baby-no-alcohol

Von vielen Ärzten oder Hebammen weiß ich, dass es schwierig ist, das Thema Alkohol in der Schwangerschaft anzusprechen. Durch das Statement-Shirt wird schon allein durch das Tragen der Blick auf das Thema gerichtet und ein Denkanstoß gegeben, ohne jemandem zu nahe zu treten. Es bleibt dem Betrachter überlassen, ob er direkt in den kommunikativen Austausch einsteigt, oder sich alleine Gedanken macht, um dann vielleicht im Internet nachzulesen.

Weitere Kanäle von Happy Baby No Alcohol

  • Social Media: Jenseits der Webseite sind wir täglich aktiv auf den Social Media-Kanälen (Instagram, Facebook). Hier posten wir Neuigkeiten zu den Themen Alkohol in der Schwangerschaft und Stillzeit, dem Fetalen Alkoholsyndrom und Supporter-Aktivitäten.
  • Kooperationspartner: Als Supporter haben wir nicht nur Botschafter, sondern auch Kooperationspartner: Kleine Start-Up-Unternehmen wie auch große Firmen, die uns monetär und/oder mit ihrer digitalen Reichweite unterstützen. Jeder so, wie es ihm möglich ist. Wie sich jeder denken kann, ist eine solche Kampagne äußerst kostenintensiv.
  • Promo-Material: Und da sind wir auch schon beim nächsten Punkt: Wir haben nicht nur Kampagnen-Shirts produzieren lassen, sondern auch Buttons, Flyer und Aufkleber, die wir unseren Supportern für ihre Aufklärungsarbeit zukommen lassen.
  • Medienpräsenz: Last but not least versuchen wir auch weitere Medien für uns zu interessieren, so wie beispielsweise schon RTL über die Kampagne berichtet hat, und hoffen auch auf irgendwann breitere staatliche Unterstützung. Erster Erfolg ist die vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration übernommene Schirmherrschaft.

Schirmherrschaft Hessen

Unterstützung mit Herzblut und Leidenschaft

Stefanie: Wie sind die Reaktionen auf die Kampagne?

Dagmar: Die sind tatsächlich so unterschiedlich wie die Sozialisation der Menschen. Aber zunächst einmal möchte ich betonen, wie begeistert ich bin, wieviele Menschen, vor allem Frauen, und das aller Altersgruppen, mich mit Herzblut und Leidenschaft aktiv und unermüdlich unterstützen. Das motiviert unheimlich und bringt die Kampagne enorm voran, dass sie immer weitere Kreise zieht.

Grundsätzlich bestätigen sich aufgrund der Reaktionen die Fakten zum Thema: Die meisten Menschen glauben, dass ein Gläschen dem Baby schon nicht schadet, so dass das Glas zum Anstoßen bagatellisiert wird. Erfahren sie dann von den unglaublichen Zahlen, wieviele Babys vor allem irreversibel hirngeschädigt auf die Welt kommen und gekommen sind, ist das Entsetzen groß. Das gibt sowohl denen zu denken, die bisher unwissend waren, genauso wie denen, die glaubten, es sei eine Selbstverständlichkeit, während der Schwangerschaft und Stillzeit keinen Alkohol zu trinken und deshalb der Ansicht waren, eine Kampage sei „wirklich unnötig“.

Schrecklich verhält es sich mit denen, die die wissenschaftlichen Erkenntnisse als modediagnostischen Trend werten, an denen Fakten abprallen wie an einer imprägnierten Regenjacke. Dann muss man sich Erklärungen anhören, wie „Das Baby wird vor dem Alkohol doch durch den Mutterkuchen geschützt“.

Happy Baby als Sprachrohr
© Fotocitizen / Pixabay

Sprachrohr für FAS Betroffene

Sehr glücklich, dass es die Kampagne gibt, sind vor allem auch die vom Fetalen Alkoholsyndrom Betroffenen und ihre Familien. Ihre begeisterten und überschwenglichen Reaktionen, dass es endlich ein Sprachrohr für sie gibt, haben mich tatsächlich schon zu Tränen gerührt. Ich danke an dieser Stelle allen von Herzen, wie sehr sie mich unterstützen, indem sie mir von ihren persönlichen Geschichten und Erlebnissen erzählen. Dadurch geben sie in meinem Blog „FAS – authentisch“ anderen die Gelegenheit, in ihre für uns so fremde Welt einzutauchen und das Fetale Alkoholsyndrom verstehen zu lernen.

HAPPY BABY INTERNATIONAL

Stefanie: Was sind die nächsten Ziele von Happy Baby No Alcohol?

Dagmar: Als ich die Kampagne initiiert habe, konnte ich noch nicht einschätzen, wie erfolgreich sie sein würde. Deshalb hatte ich mich bislang mit der Gründung eines Vereins zurück gehalten. Inzwischen darf ich mich über so viele phantastische Supporter freuen, dass wir eine Vereinsgründung gerade auf den Weg bringen.

Ende März 2020 wird es eine offizielle Auftaktveranstaltung für den neuen Verein „HAPPY BABY INTERNATIONAL e.V.“ und seine Kampagne „HAPPY BABY NO ALCOHOL“ geben. Wir realisieren eine kleine, aber feine und kostenfreie Fachtagung unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministeriums mit ganz wundervollen erstklassigen und äußerst leidenschaftlichen Referenten. Ich hoffe sehr, dass wir damit weiterführendes mediales Interesse für die Kampagne wecken können.

Schließlich möchten wir erreichen und möchten aktiv bei der Realisierung mitwirken, dass Anlaufstellen mit geschultem Personal für fetal alkoholgeschädigte Betroffene und ihre Familien eingerichtet werden. Und das ist nur eines von vielen Zielen, die wir uns für die Zukunft gesteckt haben.

Happy-Baby-No-Alcohol

Helft mit und seid dabei!

Stefanie: Wie können andere, zum Beispiel die LeserInnen von Windelprinz, die Kampagne „Happy Baby No Alcohol“ unterstützen?

Dagmar: Unterstützung beginnt schon im ganz kleinen Rahmen: Darüber reden und Flyer verteilen. Wir schicken gerne Material zu.

Dann freue ich mich über jeden immer wieder aufs Neue, der ein Kampagnen-Shirt bestellt und Botschafter werden möchte, um Teil unserer Kampagne zu werden und unsere Botschaft in die Welt zu tragen, eben mitzuhelfen, dass keine Babys mehr nur aus Unwissenheit mit fetalen Alkoholschäden auf die Welt kommen müssen. Dies kann man entweder im kleinen Stil im eigenen Umfeld, oder als offizieller Botschafter mit Platzierung auf der Happy Baby-Webseite.

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In Kürze wird man, wie schon erwähnt, unserem Verein „HAPPY BABY INTERNATIONAL e.V.“ beitreten, aktiv oder passiv mitwirken können.

Und dann freue ich mich natürlich immer über Kooperationen mit Firmen. Wir können unser Ziel, flächendeckend aufzuklären und damit das Vorkommen von FAS zu vermindern nur erreichen, wenn so viele Menschen und Unternehmen wie möglich mitmachen.

Übrigens, wer nicht glauben mag, dass eine flächendeckende Kampagne positive Früchte tragen kann: Die Norweger haben es vorgemacht. Sie sind schon 2012 landesweit aktiv geworden. Die FAS-Zahlen dort sind rückläufig, es gibt FAS-Zentren mit geschultem Fachpersonal und ausreichend Hilfs- und Unterstützungsangebote.

Werdet auch Botschafter

Wollt auch ihr mitmachen und einen Beitrag zur Aufklärung im Kampf gegen FAS leisten? Denkt an Dagmars Worte aus dem ersten Teil: Das Fetale Alkoholsyndrom kommt zehnmal häufiger vor als das Down Syndrom und gilt als weltweit häufigste geistige Behinderung. – Dabei ist FAS zu 100 Prozent vermeidbar. Helfen könnt ihr, indem ihr spendet oder indem ihr ein Kampagnen-Shirt erwerbt und damit selbst zum Botschafter werdet. Warum nicht ein Shirt als Weihnachtsgeschenk verschenken?

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Windelprinz verlost 2 Kampagnen-Shirts

Wir schenken euch 2 Statement-Shirts, deren Erlös der Kampagne zugute kommt. Mit ein wenig Glück könnt ihr schon bald euer Shirt tragen.

So machst du mit:

  • Folge der Facebook-Seite von Windelprinz und Happy Baby No Alcohol und/oder dem Instagram-Account von Windelprinz und Happy Baby No Alcohol.
  • Kommentiere dort unter dem jeweiligen Windelprinz-Post zur Verlosung, zu welcher Gelegenheit du das Shirt tragen willst.
  • Tagge gerne deine Freunde, die auch mitmachen wollen (KEINE Bedingung).
  • Die parallele Teilnahme auf Facebook und Instagram ist möglich. So erhöhen sich die Gewinnchancen.

Teilnahmebedingungen:

  • Das Gewinnspiel dauert bis einschließlich 31. Dezember 2019.
  • Die Gewinner werden im Anschluss von Windelprinz per PN benachrichtigt. Sie erklären sich bereit, ihre Shirt-Größe und Adresse für den Versand mitzuteilen.
  • Meldet sich ein Gewinner nicht innerhalb einer Woche zurück, wird ein neuer Gewinner ausgelost.
  • Die Daten werden ausschließlich zur Durchführung des Gewinnspiels erhoben und verarbeitet, vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.
  • Die Teilnahme ist möglich ab 18 Jahren.
  • Der Versand erfolgt innerhalb Deutschlands.
  • Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook oder Instagram.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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